Récamiere – königlich Liegen

Eine Récamiere ist eine Art Sofa, das sich meistens an den geschwungenen Armlehnen und der fehlenden Rückenlehne erkennen lässt. Auf diesem sesselähnlichen Möbelstück lässt es sich königlich bequem liegen. Tatsächlich wurde das stilvolle Liegesofa mit Armlehne von Königen und Kaisern in aller Welt geschätzt und benutzt. Die Kombination aus Sitz- und Liegemöbel findet auch heute noch viele Anhänger. Wo lässt es sich besser entspannen als auf Sofas oder Sesseln? Die Antwort ist einfach: auf beiden und das auch noch gleichzeitig!

Französisches Kunstobjekt – Wo kommt die Récamiere her?

Wie man am Namen schon erkennen kann, kommt die Récamiere aus Frankreich. Ihren Namen bekam das Liegesofa durch die französische Schriftstellerin Julie Récamier. Sie galt im 18. Und 19. Jahrhundert als eine der schönsten Frauen der Welt und wurde von dem französischen Maler Jacques-Louis David auf eben dieser Récamiere liegend gemalt. Damals war das edle Möbelstück noch nicht allzu bequem und komfortabel wie heute. Der Vorläufer war eine längliche, wenig gepolsterte Holzliege. Die Rückenlehne fehlte, aber die Recamiere verfügte über zwei hohe und geschwungene Seitenlehnen. Der Grundaufbau ist bis heute gleichgeblieben, die Polsterung ist allerdings viel dicker und oft auch gefedert. Manche Modelle verfügen über eine abgesenkte Rückenlehne und fehlende Seitenlehnen. Nahe Verwandte der Recamiere sind die Ottomane und die Chaiselongue.

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Récamiere, Ottomane und Chaiselongue

Récamiere, Ottomane und Chaiselongue sind im Prinzip das gleiche Möbelstück, nur in anderen Regionen entstanden und mit einigen Abwandunlungen. Ottomane sind gepolsterte Sitzmöbel, die aus dem Osmanischen Reich stammen. Man erkennt Sie an der zwar vorhandenen Rückenlehne, die jedoch nicht über die gesamte Längsseite reicht. Eine Chaiselongue ist an der niedrigen Höhe erkennbar. Außerdem findet auf diesem Liegesofa nur eine Person Platz. Chaiselongue bieten sich aufgrund ihrer Größe besonders zum Schlafen an. Die Récamiere hingegen besitzt keine Rückenlehne, allerdings gleich hohe und geschwungene Armlehnen am Ende des Möbelstücks. Die Funktion haben alle drei Variationen des Liegesofas gemeinsam. Sie dienen als Ruhe- oder Tagesbett für einen kurzen Mittagsschlaf und gelegentlich auch als Gästebett.

Liegesofas im Überblick

  • Récamiere
  • Ottomane
  • Chaiselongue

Modelle und Stile im Überblick

Récamiere gibt es in vielen verschiedenen Modellen und Stilen. Es gibt Modelle mit Bettkasten, mit und ohne Seiten- und Rückenlehnen und zahlreiche Stile und Einflüsse, die sich über die Jahre entwickelt haben.

Verschiedenste Modelle

Typisch für das klassische Modell der Kombination aus Sofa und Sessel sind die gleichhohen Armlehnen und die abgesenkte Rückenlehne. Allgemein dienen Récamieren als Sofa oder Liegemöbel. Durch eine einseitige Armlehne wirkt die Relaxliege oft leichter und platzsparender als ein kleines Sofa oder ein mächtiger Sessel. Bei vielen Modellen können Sie wählen, ob Sie die Armlehne rechts, links oder beidseitig montiert haben möchten. Auch die Position der Rückenlehne kann frei entschieden werden. Neben dem klassischen Modell gibt es auch Récamieren mit integrierter Bettfunktion. Je nach Polsterung eignen sich einige Liegesofas für den Dauergebrauch oder eben als gelegentlicher Schlafplatz für Gäste. Um Ihre Récamiere als Bett nutzen zu können, achten Sie auf ein Modell, wo man die Rückenlehne abnehmen kann. Dann kann man wie in einem normalen Bett darauf nächtigen. Bei einigen Ausführungen kann man auch einfach die Armlehnen abklappen und bei Bedarf wieder hochklappen. Wenn Sie diese Bettfunktion nutzen wollen, sollten Sie auf genug Platz um die Liege herum achten. So sparen Sie sich nerviges Rücken. Récamiere mit Bettfunktion verfügen oftmals über einen eingebauten Bettkasten, indem Sie Decke, Kissen und Bettwäsche problemlos verstauen können.

Modelle im Überblick

  • Mit Bettkasten
  • Mit umklappbaren Armlehnen und Rückenlehne
  • Mit/ohne Rückenlehne
  • Eine/zwei Armlehnen
  • Einsitzer/Zweisitzer

Verschiedenste Stile

Die beliebte Relaxliege stammt aus dem 18. Jahrhundert und erfreute sich an Königs- und Kaiserhöfen in Ländern wie Italien und Frankeich an großer Beliebtheit.  Durch die verschiedenen Einflüsse der Länder und Kunststile haben sich einige typische Recamiere-Stile herausgebildet.

  • Klassizistische Récamiere: Möbel im Stil des Klassizismus erinnern stark an die Antike. Exotische Hölzer wie Mahagoni und schwarzes Ebenholz in Kombination mit Verzierungen aus Bronze und Gold waren typisch für diese Zeit. Klare und architektonische Formen, der Fokus auf dem Komfort wurden im deutschen Biedermeier auch auf die Möbel übertragen. Gerade Linien und abgerundete Winkel sind ebenfalls Merkmale der klassizistischen Möbel.
  • Chesterfield Récamiere: Chesterfield Möbel sind sehr bequem und immer stark gepolstert. Die Ledermöbel besitzen einen Holzrahmen, der traditionell aus Buchenholz besteht. Farblich gesehen, sind die Recamieren oft in einem dunklem oder rötlichem Braunton gehalten. Hin und wieder sieht man auch einmal Liegen in beige oder schwarz.
  • Jugendstil Récamiere: Die Rückenlehne und die Armlehnen sind deutlich geschwungener und bestechen durch eingearbeitete Muster aus Holz oder floralen Polstern. Polster in schwarz, grau und rot sind im Jugendstil auch typisch.
  • Moderne Récamiere: Modere Liegesofas kommen Sofas optisch sehr nah. Größere Recamiere lassen sich von Zweisitzern kaum noch unterscheiden. Bequemlichkeit und Komfort werden groß geschrieben. Die Optik ist sehr reduziert und eher praktisch.

Materialien und Füllungen

Récamieren bestehen in der Regel aus einem Holzrahmen und einer gepolsterten Sitzfläche. Die meisten Sitzflächen besitzen eine Wellenunterfederung und eine atmungsaktive Polyätherschaum-Polsterung. Einige Modelle sind zusätzlich mit stabilisierenden Gummigurten und Vliesabdeckungen ausgestattet. Soll die Schlafunktion genutzt werden, empfiehlt sich eine Liegefläche mit stabiler Federkern-Polsterung. Bezüge gibt es in vielfältigen Varianten. Sie können aus reiner Baumwolle, Baumwoll-Mischgewebe, Leder oder Strukturgewebe aus Kunstfasern oder aus samtartiger Chenille bestehen.

  • Lederbezüge: passen besonders gut zu antiken Récamieren und sind äußerst strapazierfähig. Das Edle Material verändert mit der Zeit seine Farbe und Beschaffenheit, was besonders extravagant aussehen kann. Leder ist allerdings sehr pflegebedürftig und preisintensiv, aber auch langlebig. Eine günstige und pflegeleichtere Variante ist glattes Kunstleder.
  • Stoffbezüge: sind besonders gemütlich und weich. Stoffmischungen können zudem sehr robust und strapazierfähig sein. Farblich sind keine Grenzen gesetzt und auch in Sachen Pflege sind Stoffbezüge unkompliziert.

Der Rahmen und die Füße bestehen klassischerweise aus einem stabilen Holz. Einige Hersteller nutzen für die Füße auch Metall. Die Lehnen bestehen ebenfalls aus einem Holzrahmen, welche dann gepolstert und mit einem Bezug überzogen werden. Die Armlehne ist oftmals auch frei von Bezug oder Polsterung.

Einrichtungstipps für Récamieren

Eine Récamiere bereichert jedes Wohnzimmer durch ihren edlen und stilvollen Charakter. Wenn Sie eine Recamiere in Ihrem Wohnzimmer aufstellen möchten, müssen Sie einige Kleinigkeiten beachten.

  • Soll die Recamiere ein vorhandenes Sofa oder einen Sessel ergänzen?Dann sollten Stil und Farbe auf das vorhandene Möbelstück abgestimmt sein.Wenn nicht, orientieren Sie sich am Stil der vorhandenen Schränke und Regalen.
  • Wie viel Platze steht zur Verfügung?
  • Welchen Einrichtungsstil verfolgen Sie? Zum Landhaustil passt eine geschwungene Recamiere mit floralen Bezug sehr gut. Zu einer klassisch-reduzierten Einrichtung passt eine helle Recamiere mit dunklem Holz.

Auch mit Farbe können Sie schöne Akzente setzen und mehr Wohnatmosphäre schaffen. Rote Liegesofas z.B. bringen Wärme in den Raum und passen hervorragend zu Möbeln aus Massivholz. Schnörkellose schwarze und weiße Sofas sehen in klassisch eingerichteten Wohnbereichen ebenfalls stilvoll aus. Farbliche Akzente, die die Farbe der Liege aufgreifen lassen das Wohnkonzept einheitlich aussehen. Akzente können auch mit Kissen gesetzt werden. Farblich sind Chaiselongues, Ottomanen und Récamieren keine Grenzen gesetzt. Rot, grau, schwarz und beige sind jedoch besonders beliebt. Schwarze, graue und beige Relaxliegen wirken immer klar und passen in so gut wie jedes Wohnkonzept. Auch farblich abgesetzte Armlehnen können einiges hermachen. Mit einem ins Raumkonzept passendem Liegesofa gestalten Sie das Wohnen noch angenehmer!

Die richtige Pflege

Um das Wohnen angenehm zu halten, sollten Sie Ihre Récamiere auch ordentlich pflegen. Staub, Krümel und Haare können Sie ganz einfach mit der Polsterdüse Ihres Staubsaugers oder mit einem Handstaubsauger entfernen. Frische Flecken sollten Sie möglichst zeitnah reinigen, da die Flecken sonst eintrocknen können. Lederliegen reinigen Sie am besten mit einer speziellen Lederreinigung, da einige Reinigungsmittel unschöne Flecken hinterlassen können. Wischen Sie bei Flecken immer vom Rand des Flecks nach innen, damit sich die schmutzige Stelle nicht noch vergrößert. Generell sollten Sie bei dunklen Flecken dunkle Lappen, und bei hellen Flecken helle Lappen verwenden. So können zusätzlich Verfärbungen verhindert werden.

Pflegetipps im Überblick

  • Staub, Krümel, Haare mit dem Staubsauger reinigen
  • Flecken zeitnah behandeln
  • Leder nur mit spezieller Ledereinigung reinigen
  • Dunkle Flecken – dunkler  Lappen
  • Helle Flecken – heller  Lappen
  • Von außen nach innen wischen
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